Fröhlichkeit und Freude – ORE! ORE! – bitte mehr davon!

Warum entschuldigen wir uns, wenn wir Freude verbreiten?

Es war Mittag, ich war gerade unterwegs, brauchte noch Brot und eine Pause. Der Vormittag war etwas stressig und mit wenig Freude behaftet.

Ich kann morgens nicht gleich essen und so entschied ich mich, mein Frühstück in der Bäckerei mit einem Latte macchiatto und einem Croissant nachzuholen und gleichzeitig eine Pause zu machen.

Es waren nur wenige Gäste im Café, die es kurz darauf verliessen und so war es angenehm ruhig. Draußen schien die Sonne.

Einfach nur da sein

Ich las die Zeitung, in der es nicht wirklich etwas Wichtiges zu lesen gab. Alles Dinge, die bereits irgendwo geschehen sind, die aber auf mein Leben keinen direkten Einfluss hatten oder haben werden. Hätten sie es, hätte ich sie ja auch bereits wahrgenommen und bräuchte dazu keine Zeitung zu lesen.

Danach saß ich einfach nur da, ließ meinen Gedanken freien Lauf und beobachtete das Geschehen vor dem Fenster und um mich herum.

Immer wieder kamen einzelne Kunden, kauften ihre Waren, aber die Stimmung in dieser Bäckerei blieb weiterhin angenehm, entspannt und gelassen. Keine Hektik, obwohl die Mitarbeiterinnen einiges zu tun hatten. Es war einfach nur angenehm, dazusitzen, an nichts Besonderes zu denken und das gerade JETZT stattfindende Leben zu beobachten.

Eine Mitarbeiterin, die einiges zu tun hatte, sagte zu mir sehr freundlich:

„Genießen Sie die Ruhe?“
„Ja, es ist sehr angenehm hier.“

Fröhlichkeit und Freude

Die Freude stürmt zur Tür herein

Nach einiger Zeit öffnete sich die Türe und ein Mann trat, fröhlich rufend,

„ORE! ORE!“

in die Bäckerei. Alle Mitarbeiterinnen lächelten, auch ich.

Es tut einfach gut, auf fröhliche Menschen zu treffen.

Er konnte mich nicht sofort sehen, denn ich saß hinter einer Säule. Als er mich sah, erschrak er und sagte zu mir:

„Oh, entschuldigen Sie! Ich habe sie nicht gesehen!“

Es war ein Mitarbeiter des Unternehmens, der die Angestellten über ein neues Projekt informierte.

Offensichtlich scheint in diesem Unternehmen ein sehr gutes Arbeitsklima zu herrschen. Die MitarbeiterInnen sind gut gelaunt und sogar fröhlich.

Wir brauchen viel mehr davon!

Ich fragte mich und dachte mir:

„Was gibt es zu ent – schuldigen, wenn Fröhlichkeit verbreitet wird?“

Weshalb fühlen sich Menschen schuldig, wenn sie bei Unbekannten, Freude verbreiten und ihnen ein Lächeln ins Gesicht zaubern?

Wir brauchen viel mehr gelebtes “ORE! ORE!”

Gabriele Ammann 

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