Ego trifft Seele

Wie kam es zu diesen regelmässigen Gesprächen zwischen Ego und Seele?

Vorgeschichte

Es ist ein sonniger warmer Tag im Frühling. Die Vögel zwitschern freudig in den Bäumen, die frische Luft ist getränkt mit dem Duft blühender Pflanzen.

Vor einem Haus, mitten in der Natur, sitzt ein kleines Kind im Sand und ist dabei, total selbstverloren und fröhlich summend, ein Dorf mit Häusern, Straßen und Brücken zu bauen.

SEIN, da sein, in jedem einzelnen Moment

„Mehr brauchen wir nicht,“ sagt sie zu den kleinen Figuren, die sie in ihrem neuen Dorf verteilt, „denn alles andere ist schon da, was wir zum Leben brauchen.

Hört Ihr die Vögel singen? Riecht Ihr den Frühling? Die Erde ist wieder geboren, um uns alle zu nähren.

Ich habe Euch nun an Euren Platz gestellt, damit auch Ihr wieder ein neues Leben beginnen könnt. Nutzt die Energie der Wiedergeburt und lebt Euer neues Leben klug und bewusst.

Sorgt zuerst gut für Euch selbst und dann für die anderen. Bei Eurem Denken, Fühlen und Handeln vergesst bitte nie, all das, was in Eurem Leben da ist, respekt- und rücksichtsvoll im Auge zu behalten. Nur so kann Euer und das Wohl der anderen gewährleistet werden.“

Das EGO tobt

„Ja, ich höre Dich. Du bist ja laut genug. Worüber regst Du Dich schon wieder so auf?“

Denken, denken, denken,….!

Das fragst Du noch?! Du sitzt nur noch da und das Einzige, worüber Du Dir Gedanken machst ist, ob Dir Dein Leben, so wie es sich zurzeit gestaltet, noch passend für Dich ist. Ja glaubst Du wirklich, so kannst Du überleben?!“

Das graue und leblos wirkende EGO-Wesen, mit seinem haarlosen Körper, läuft schimpfend und wild gestikulierend, ständig vor seinem Liegestuhl hin und her.

Das ICH hatte schon vor längerem, dem EGO für seine harte und hilfreiche Arbeit über viele Jahre, gedankt und ihm erklärt, es habe sich eine langfristige Erholung verdient und ihn in den Liegestuhl gesetzt.

Über den Dank und die Anerkennung hatte sich das EGO sehr gefreut. Doch einfach nur noch da zu sitzen und gar nichts mehr tun zu können, das machte es, je länger es dauerte, wütend und wütender.

Dem EGO war klar, gegen die Entscheidungen des ICH´s kann es nichts tun. So suchte es sich ständig einen anderen Weg, weiterhin aktiv auf das ICH einwirken und es beeinflussen zu können.

Immer wieder versuchte das EGO, sich ganz leise über die Gedanken und Gefühle beim ICH in sein Leben einzumischen bzw. es wie früher, zu steuern.

Anfänglich aufgrund alter Denk- und Gefühls-Gewohnheiten noch mit Erfolg. Doch je länger und intensiver das ICH die „innere Freiheit“ trainierte, umso erfolgloser wurde das Ego. Seine Unzufriedenheit und Angst, nicht mehr gebraucht zu werden, steigerte sich ins Unendliche.

Das ICH fällt eine Entscheidung

Heute war es soweit. Dem ICH wurde bewusst, dass das EGO nicht vollkommen passiv und nutzlos bleiben kann.

Ich will, ich kann, ich werde!

Es überlegte, was es tun könnte, um allen Dreien – sich selbst, dem Ego und der Seelegerecht zu werden.

„Weißt Du was liebes Ego, Du triffst Dich mit der SEELE!“

Das EGO verstummte sofort, senkte leicht den Kopf und schaute das freudige ICH an, als ob es zu ihm sagen wollte: „Das meinst Du jetzt nicht im Ernst. Zuerst Liegestuhl und nun Seele?! Was soll ich da?!“

In der Hoffnung, dieser Begegnung entgehen zu können, drehte sich das EGO um, setzte sich freiwillig in den Liegestuhl und verhielt sich ganz ruhig.

Doch das ICH war von dieser Idee nicht mehr abzubringen und sagte zum EGO: „Ich muss jetzt noch einige Dinge erledigen, aber heute Abend, wenn ich Ruhe und Zeit habe, bereite ich dieses Treffen mit Euch vor.“


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Die nächste Folge dieser Geschichte wird sein: „Das EGO begegnet zum ersten Mal der SEELE“

Text: Gabriele Ammann / Fotos: Adobe Stock

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